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Ost-West-Achse: Die Breite Straße

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

die Breite Straße führte als Landschaftsachse vom Stadtschloss bis nach Eiche und Golm. Sie begann an der Schlossstraße und endete zunächst am Neustädter Tor. Sie zerschnitt nicht den Lustgarten wie heute. Sie hatte natürlich auch keine Autos oder gar Schwerlastverkehr zu bewältigen. Die Straße – so könnte man meinen – hatte es gut, ja besser als heute. Die Straße hat sich gewandelt im Laufe der Jahrhunderte. Autoverkehr musste sie aushalten und heute sind es mehr denn je, die diese Straße frequentieren. Mit der Wiedergewinnung der Stadtschlosshülle begann die heftige Diskussion um den Lustgarten. Sie ist noch lange nicht abgeschlossen. Das Hotel Mercure, die Weisse Flotte, das Neustädter Tor - alles steht zur Disposition. Aber bitte mit Augenmaß, möchte man dazwischen rufen. Die Sucht, alles sofort und schnell realisieren zu wollen, beseitigt oft auch Sinnvolles, was man erst im Nachhinein versteht, aber dann ist es oft zu spät. Mit dem neuen Landtag sollte auch mehr Ruhe, Gelassenheit und Augenmaß zurück kommen. Die Breite Straße ist dabei Maßstab. Sie ist die Ost-West-Achse in Potsdam und wird es auch bleiben, unabhängig von allen Aufregungen. Das hat etwas Beruhigendes. Die Rückführung in die historische Anmutung mit Linden ist nicht nur der richtige Schritt, sondern scheint auch die ungesunde Schnelligkeit zu relativieren. Die frühere Bewohnerin des Stadtschlosses, Ingrid Semmrich, hätte früher nie daran gedacht, dass sie einmal wieder im Innenhof des Stadtschlosses stehen würde, dort wo früher die Wohnung war, in der sie mit ihren Eltern und ihrer Schwester gelebt hat. Man könnte auch den Prediger Salomo zitieren mit seiner Weisheit „Alles hat seine Zeit.“ Nehmen wir uns die notwendige Zeit, damit wir nicht in 10 oder 20 Jahren erleben, dass das, was wir heute so schnell hinklotzen vor der Geschichte keinen Bestand hat. Nehmen Sie sich Zeit im Herbst, vom Stadtschloss über die Breite Straße bis nach Sanssouci zu laufen, über den Lustgarten zu wandeln und die Schönheit dieser Stadt bewusst wahrzunehmen.

Liebe Leserinnen und liebe Leser, wir wünschen uns, dass Ihnen auch die aktuelle Ausgabe des Potsdamlife - Magazins wieder gefällt und freuen uns auf jede Reaktion von Ihnen. Schreiben Sie uns, abonnieren Sie uns, empfehlen Sie uns, schauen Sie bei www.potsdamlife.de vorbei und haben Sie viel Freude beim Lesen und beim Durchblättern dieses Magazins.

Ihre Natalie S. K. Gommert (Chefredakteurin und geschäftsführende Gesellschafterin)

alle_ausgaben/herbst_2013/editorial.txt · Zuletzt geändert: 2015/05/15 21:11 von luftpost

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